Kleines Lexikon der Sehenswürdigkeiten in Sizilien: Provinz Messina

Kleines Lexikon der Sehenswürdigkeiten in Sizilien: Provinz Messina

Icon 15 Dezember 2017
Icon By Ceviasi by Vivitalia Tours
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Die Hafenstadt wurde wegen ihrer Lage an der Meerenge schon immer das Tor Siziliens genannt. Messina wurde nach der Zerstörung durch das Erdbeben im Jahr 1908 und den Bombardierungen im 2. Weltkrieg völlig neu aufgebaut und präsentiert sich heute als moderne Stadt mit breiten Straßen. Sehenswert ist die Kirche Annunziata dei Catalani, die aus der Normannenzeit stammt (2. Hälfte des XII. Jh.), und der Dom, der mehrmals wiederaufgebaut wurde, jedoch trotzdem seine mittelalterliche Struktur bewahrt hat.

Patti

An der Nordküste, unweit der Hafenstadt Milazzo, liegt Patti. In der Kathedrale wird der Renaissance-Sarkophag der Königin Adelaide, der Mutter des Normannenkönigs Roger I., aufbewahrt. In der Nähe von Patti wurde zufällig beim Bau der Autobahn Messina-Palermo eine prächtige, römische Kaiservilla entdeckt, die sich über ein Gebiet von 20.000 qm erstreckt.

Taormina

Taormina
Taormina
Taormina ist heute der touristische Hauptanziehungspunkt der Insel. Dieses auf dem Monte Tauro gelegene Städtchen ist dank seiner schönen Strände am Fuße des Berges und wegen seines milden Klimas weltberühmt. Noch heute bewahrt die Stadt ihr mittelalterliches Aussehen mit zahlreichen Kirchen, Palästen und mit winkeligen Gassen, blumengeschmückten Balkons und Innenhöfen. Vom griechisch-römischen Theater aus genießt man eine wunderschöne Aussicht auf den Ätna und das Meer.

Tyndaris

Das antike Tyndaris wurde von den Griechen im Jahr 396 v. Chr. gegründet, scheinbar um von seiner günstigen Höhenlage aus Messina zu schützen. Überreste der antiken Stadt können besichtigt werden. Heute ist Tyndaris durch die Wallfahrtskirche der Schwarzen Madonna bekannt, einem Ort, der von zahlreichen Pilgern aufgesucht wird.

Die Äolischen Inseln

Die Äolischen Inseln
Die Äolischen Inseln
Alicudi, Filicudi, Salina, Lipari, Vulcano, Panarea und Stromboli: sieben Inseln, alle vulkanischen Ursprungs. Sie gehören zur Gruppe der Liparischen oder Äolischen Inseln vor der sizilianischen Nordküste im Tyrrhenischen Meer. Einst waren es die Gipfel hoher Vulkane, heute gelten die meisten als erloschen. Mit dem Schiff oder Tragflügelboot erreicht man stündlich von Milazzo alle Inseln.

Stromboli, der Strongyle der Griechen, gilt als der tätigste Vulkan der Welt. Seit Jahrtausenden bricht er im Minutenabstand ständig aus. Dabei kommt es lediglich zu kleinen Ausbrüchen, meist Explosionen, die von weißen, staubfreien Wolken begleitet werden, und glühende Lavabrocken bis zu 200 m hoch schleudern.

Auch auf Vulcano, der südlichsten der Inselgruppe, kommt es noch zu Explosionen. Während der vulkanischen Aktivität werden Basaltbrocken herausgeschleudert, die von dichten, schwarzen Staubwolken gefolgt sind. Dicht am Hafen entspringt eine Schlammquelle, deren Temperaturen bei 34° C liegen. Fumarolen heizen das Meereswasser, und Schwefeldämpfe dringen durch Spalten aus dem Boden heraus. Für therapeutische Zwecke stehen diese Natur-Thermalbäder jedem zur Verfügung.

Lipari, die größte Insel des Äolischen Archipels, wurde in der Antike Meligunis genannt, und ist für die Obsidianverarbeitung bekannt, das vulkanische Glas, das bei hoher Temperatur aufschäumt und zu Bimsstein wird. Neben einem Besuch der warmen Thermalquellen lohnt sich die Besichtigung der Festungsanlage aus dem XVI. Jh. und des Archäologischen Museums, das eine einzigartige Sammlung von Miniatur-Theatermasken beherbergt.

Die Griechen nannten die zwei nebeneinanderliegenden Berge von Salina die Didyme, die Doppelte. Den jetzigen Namen hat die Insel einer antiken Salzindustrie zu verdanken. Heute ist sie die grünste der Äolischen Inseln, vermutlich deshalb, weil die rund 2000 Einwohner vorwiegend nur von Landwirtschaft als Einnahmequelle, hauptsächlich vom Wein-, Oliven-, und Kapernanbau leben. Berühmt ist Salina für den aromatischen Dessertwein Malvasia.

Alicudi, Filicudi und Panarea, die kleinsten Liparischen Inseln, besitzen noch heute ihren ursprünglichen Reiz. Auf kunstvoll errichteten Terrassenfeldern breitet sich die Macchia aus, deren bunt blühende Mittelmeersträucher im Frühsommer besonders intensiv duften.